Vokation

Der evangelische Religionsunterricht basiert auf dem Glauben und Leben der evangelischen Kirche. Das kommt in den Richtlinien und Lehrplänen dieses Faches zum Ausdruck. Aber auch die evangelischen Religionslehrkräfte müssen in der evangelischen Kirche zu Hause sein. Nur so können sie die Inhalte des evangelischen Religionsunterrichts vertreten und überzeugend vermitteln.

Kirchliche Bevöllmächtigung für Lehre von Religion notwendig

Damit eine Lehrkraft das Fach Evangelische Religionslehre unterrichten darf, benötigt sie deshalb neben der staatlichen Lehrbefähigung auch die kirchliche Bevollmächtigung. Mit dieser sogenannten Vokation bevollmächtigt die evangelische Kirche staatliche Lehrerinnen und Lehrer, die entsprechend ausgebildet sind, zur Erteilung evangelischer Religionslehre. Die Vokation ist dabei nicht nur eine Formalia. Vielmehr stellt sie eine Vertrauenserklärung der Kirche an die Religionslehrerinnen und -lehrer dar. Diese wiederum bestätigen ihrerseits vor Gott und der Gemeinde, dass sie ihre Aufgaben im Vertrauen auf Gottes Hilfe wahrnehmen wollen.

Ordination von Pfarrerinnen und Pfarrern umfasst Vokation

Der feststehende Begriff für die kirchliche Bevollmächtigung lautet „Vokation“. Er bedeutet Berufung und leitet sich vom lateinischen Wort „vocare“ ab. Das Verfahren zur Erteilung dieser Bevollmächtigung regelt die Vokationsordnung . Die kirchliche Bevollmächtigung wird auch in Form einer vorläufigen bzw. eingeschränkten kirchlichen Unterrichtserlaubnis erteilt. Dies betrifft Lehrerinnen und Lehrer vor der Vokation sowie fachfremde Lehrkräfte. Nicht grundständig ausgebildete Unterrichtende – Personen ohne abgeschlossenes Lehramtsstudium – erhalten eine eingeschränkte kirchliche Unterrichtserlaubnis. Ordinierte Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Kirche in Deutschland und deren Landeskirchen bedürfen keiner weiteren kirchlichen Unterrichtserlaubnis, da ihre Ordination die Vokation umfasst.

„Gemeinsame Vokationsordnung“ als Grundlage für Vokation

Grundlage insbesondere für die Erteilung der Vokation ist die „Gemeinsame Vokationsordnung“ der drei Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen (Evangelische Kirche von Westfalen, Evangelische Kirche im Rheinland, Lippische Landeskirche). Diese drei nordrhein-westfälischen Landeskirchen haben sich auf gemeinsame Zuständigkeits- und Verfahrensregeln verständigt. Die Evangelische Kirche im Rheinland wendet diese Grundsätze auch auf Gebieten der Landeskirche an, die sich in den Bundesländern Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz befinden. Weitere Informationen zur Vokation, beispielsweise zu entsprechenden Anträgen, gibt es bei Corinna Blasberg (E-Mail corinna.blasberg@ekir.de, Tel. 0211 4562-626) und Heike Söll (E-Mail heike.soell@ekir.de, Tel. 0211 4562-692).

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