Christ ist erstanden: Orgelmusik zu Ostern

Christ ist erstanden / von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ. / Kyrieleis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja! / Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

„Christ ist erstanden“ gilt als das älteste deutsche Kirchenlied. Es stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde in der Osterliturgie gesungen. Martin Luther schätzte das Lied sehr: „Aller Lieder singt man sich mit der Zeit müde, aber das ,Christ ist erstanden‘ muss man alle Jahre wieder singen.“ Neben der Melodie war es besonders der Text, der Luther faszinierte: „Es gilt uns, Christus will uns mit seiner Auferstehung trösten.“

Herb und klar und tröstlich

Bis heute übt dieses kurze Osterlied seine Faszination aus. Für den Kabarettisten und Theologen Okko Herlyn ist es „herb und klar und tröstlich“. Er schreibt: „Alles, was mir Ostern bedeutet, ist in diesem Lied enthalten. Schon die herbe, klare und tröstliche Melodie. Ohne Schnörkel, ohne Pathos. Und erst recht die Botschaft: ,Christ ist erstanden. Des solln wir alle froh sein.‘ Was gibt es mehr zu sagen? Deshalb brauche ich keine Kerzen und keine kuscheligen Taizé-Gesänge. Keine geistlichen Turnübungen und keine Weidenkätzchen-Vergleiche. Keine meditativen Frühstücke und auch kein Eiersuchen nach dem Gottesdienst. ,Christ ist erstanden.‘ Das sagt alles. Herb und klar und tröstlich. Gegen alle weichgespülten Gitarrenriffe, gegen alles Selbstverständliche, gegen allen trostlosen Alltag. ,Christ will unser Trost sein.‘ Ich brauche nichts anderes.“

„Christ in erstanden“ (EG 99) zum Hören

Kirchenmusikdirektor Martin Bambauer lässt in der Karwoche und zu Ostern die Eule-Orgel in der Trierer Konstantinbasilika erklingen

Gründonnerstag: „Das Wort geht von dem Vater aus“ (EG 223)

Karfreitag: „O Haupt voll Blut und Wunden“ (EG 85)

Karsamstag: „Korn, das in die Erde“ (EG 98)

Ostermontag: „Wir wollen alle fröhlich sein“ (EG 100)