Magdalene von Waldthausen

„Aufgrund ihres sozialen und mutigen Engagements während der beiden Weltkriege und ihres Einsatzes als überzeugte und mutige Christin wie auch als engagierte Bürgerin in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland“ zähle sie „zu den besonderen Persönlichkeiten der Evangelische Kirche im Rheinland“, würdigt Vizepräsident Johann Weusmann Magdalene von Waldthausen. Ihr Porträt auf einer Wand im Landeskirchenamt wurde von Künstler Thomas Baumgärtel geschaffen, auch bekannt als „Bananensprayer“. Warum? Schauen Sie genau hin.

Magdalene von Waldthausen engagierte sich – standesgemäß – schon früh in der evangelischen Frauenarbeit. Im Ersten Weltkrieg gründete sie viele soziale Hilfsprojekte, zum Beispiel ein kleines Hilfslazarett in ihrem eigenen Haus, später dann ein Säuglingsheim, ein Erholungsheim für Mütter und Kinder, eine Mütterschule für junge Frauen, ein Obdachlosenheim und vieles mehr. 1916, sie war damals 30 Jahre alt, übernahm sie den Vorsitz des Kreisverbandes der evangelischen Frauenhilfe in Essen mit damals mehr als 10.000 Mitgliedern. 1929 wurde sie auch Vorsitzende des Provinzialverbandes der Rheinischen Frauenhilfe. Bis 1951 blieb sie an der Spitze der Frauenhilfe. Im Dritten Reich setzte sie sich entgegen den Bestrebungen des NS-Regimes dafür ein, die evangelische Frauenhilfe mit der Bekennenden Kirche zu verbinden.

Für die Gleichberechtigung auch in der Kirche

Magdalene von Waldthausen kämpfte auch für die Gleichberechtigung der Frauen in der evangelischen Kirche. Sie war eine der ersten vier weiblichen Mitglieder der rheinischen Provinzialsynode und Mitglied der preußischen Generalsynode. Nach dem Krieg saß sie jahrelang als einzige Frau in der evangelischen Generalsynode Deutschlands. In der rheinischen Landessynode setzte sie 1948 mit ihren Mitstreiterinnen durch, dass Frauen in der Kirche sowohl das aktive als auch das passive Wahlrecht erhielten. Von 1946 bis 1947 war sie Mitglied des Landtages für die CDU. Mit Elly Heuss-Knapp gründete sie, selbst Mutter von fünf Kindern, 1950 das Müttergenesungswerk.

Unerschrockene Streiterin für die Interessen von Frauen

Magdalene von Waldthausen starb 1972 im Alter von 86 Jahren in Oberstdorf im Allgäu. Die unerschrockene Christin und Streiterin für die Interessen von Frauen in Kirche und Gesellschaft ist in der Familiengrabstätte auf dem Friedhof in Essen-Bredeney bestattet.

Archivdirektor Dr. Stefan Flesch berichtet, was die rheinische Kirche Magdalene von Waldthausen verdankt.

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