Heinrich Held

„Lieber ein einziges Wort, das verbindlich ist, als tausend Worte, die nur angenehm sind.“ Dieses Zitat des ersten rheinischen Präses nach dem Zweiten Weltkrieg Heinrich Held (1897-1957) ziert sein Porträt im Düsseldorfer Landeskirchenamt. Zu sehen ist das Wandgemälde vor den Sitzungssälen: „Betrachten Sie es als pointierte Positionierung vor den großen Besprechungsräumen“, meint Archivdirektor Dr. Stefan Flesch verschmitzt.

Heinrich Held war Hilfsprediger in Wesseling, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Rüttenscheid, Superintendent des Kirchenkreises Essen, Oberkirchenrat und schließlich Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Des Weiteren war er Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche der Union, Vorsitzender des Bruderrats und Mitglied des Rats der EKD. Er war einer der Mitbegründer des Hilfswerks der EKD und des Deutschen Evangelischen Kirchentags und Mitunterzeichner des Stuttgarter Schuldbekenntnisses 1945.

Schlüsselfigur im kirchlichen Widerstand der NS-Zeit

Heinrich Held war eine wichtige Persönlichkeit im kirchlichen Widerstand in der NS-Zeit, in der er als erster evangelischer Pfarrer inhaftiert wurde, und als Mitinitiator der Bekennenden Kirche im Rheinland. „Im Kirchenkampf ging es Heinrich Held um das Evangelium, um die Freiheit der Verkündigung, generell um die Möglichkeit, als Christ im nationalsozialistischen Staat zu bestehen“, so der rheinische Vizepräsident Dr. Johann Weusmann. Held, 2003 posthum von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt, versteckte zusammen mit anderen, insbesondere seinem Freund Pfarrer Johannes Böttcher, in Essen jüdische Mitbürger, versorgte sie mit Lebensmitteln und rettete sie so.

Wiederaufbau und Einheit nach dem Krieg

„Im Nachkriegsdeutschland ging es ihm um die menschliche Existenz. Nicht zuletzt musste Heinrich Held um den Wiederaufbau rheinischer Kirchengemeinden und um die Einheit der rheinischen Kirche ringen“, sagt Weusmann.

Helds Nachlass im Archiv der rheinischen Kirche

Präses Held, geboren am 25. September 1897 in St. Johann (heute Saarbrücken), starb am 19. September 1957 in Düsseldorf nur wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag. Den umfangreichen Nachlass von Präses Heinrich Held hat sein Sohn, Bischof em. Dr. Heinz Joachim Held, ab ca. 1999 in mehreren Teilen dem Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland übergeben und mit Transkriptionen und eigenen Beiträgen zur Biografie seines Vaters angereichert.

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