Johannes Clauberg

1622 wird Johannes Clauberg in Solingen als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie geboren. Seine Ausbildung genießt er in zunächst kurze Zeit in Köln und anschließend am Bremer Gymnasium. „Bremen durfte sich damals nicht Universität nennen, war es aber de facto“, erklärt Dr. Stefan Flesch, Direktor des Landeskirchlichen Archivs.

Nach dem Studium in Groningen/Niederlanden und Aufenthalten in Paris und London, studiert Johannes Clauberg wiederum in den Niederlanden, dieses Mal in Leiden. Dort widmet er sich der zur damaligen Zeit neuen Lehre des französischen Philosophen René Descartes. „Er inhalierte diese Philosophie und sie prägte seine eigene Forschung“, sagt Dr. Stefan Flesch.

Im Jahr 1649 erhält Clauberg einen Lehrauftrag für Philosophie und Theologie an der Hochschule in Herborn – eine unglückliche Etappe in seinem Leben, beschreibt Flesch. Neben schlechter Bezahlung gerät er in ernste Konflikte mit konservativen Professoren, die die Lehre von Descartes für Unsinn halten.

Nach zwei Jahren reicht es allen Beteiligten und Clauberg folgt dem Ruf nach Duisburg, wo man mit den Vorbereitungen einer Universitätsgründung beschäftigt ist. Zunächst ist Clauberg Rektor am dortigen Gymnasium, 1655 dann Gründungsrektor der neuen Universität.

Dort lehrt er die nächsten zehn Jahre Theologie und Philosophie. Er publiziert zahlreiche Lehrwerke auf Latein und konzentriert sich nach der Lehre Descartes auf den rationalistischen Zug von Theologie. „Zu dieser Zeit war die Universität Duisburg so etwas, was man heute als ,Leuchturm‘ bezeichnen würde“, erzählt Flesch.

Und das sehr zum Leidwesen der Reformierten Generalsynode, die große Bedenken gegen die Lehre des rationalistischen Denkens, auch Cartesianismus genannt, hatte. Dennoch kann Clauberg bis zu seinem Tod im Jahr 1655 seinen Forschungen relativ ungehindert nachgehen. Er stirbt im Alter von 42 Jahren und wird in der Duisburger Salvatorkirche beigesetzt. Eine Gedenkplatte erinnert dort noch heute an ihn.

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