Fixpunkt: Heimspiel

 

Pfarrerin Julia Arfmann-Knübel, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Neuwied

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 ist in vollem Gange und wie viele andere träume ich nach dem tollen Start der deutschen Nationalmannschaft in der Gruppenphase auch schon von einem neuen Sommermärchen. Denn diesmal sind wir wieder Gastgebende für die europäischen Mannschaften und ihre Fans.

Der Heimvorteil kann manchmal den entscheidenden Unterschied ausmachen, wenn die Spieler aus der Unterstützung der Fans im eigenen Land zusätzliche Motivation und Energie ziehen. Aber oft sind bei Heimspielen der innere Druck, die Erwartungen der Fans, sowie die Kritik der Medien deutlich höher als bei Auswärtsspielen.

Vielleicht war deshalb Jesus auch eher ein Auswärtsspieler. In seiner Heimatstadt Nazareth ließ er sich den biblischen Geschichten nach nicht wirklich viel blicken. Obwohl Jesus dort Wunder vollbracht hatte, zweifelten die Menschen an seiner göttlichen Kraft, weil sie ihn als den einfachen Sohn des Zimmermanns kannten. Jesus entschloss sich daher, mehr an andere Orte zu gehen, zu unvoreingenommenen Menschen.

Ich glaube, es ist wichtig, dass wir auf unser Inneres hören und unseren eigenen Überzeugungen treu bleiben. Es hilft, wenn wir Menschen an unserer Seite haben, die uns dabei unterstützen, ja die vielleicht am selben Strang mitziehen.

Und der größte Unterstützer, glaube ich, ist dabei Gott, er gibt uns jeden Tag so viel Kraft wie wir für den Tag brauchen. Er feuert uns an – sei es auf dem Fußballfeld oder im täglichen Leben. Heute, morgen und an den darauffolgenden Tagen. Bei Heimspielen und bei den Auswärtsspielen und auch wenn wir mal mit Begeisterung zuschauen.

Pfarrerin Julia Arfmann-Knübel

  • 24.6.2024
  • Beatrix Meyer
  • Red