Duisburg: Gedenken am Jahrestag des Loveparade-Unglücks

Vor zwölf Jahren kamen am 24. Juli während der Loveparade in Duisburg 21 junge Menschen ums Leben, über 500 Personen wurden teils schwer verletzt, viele traumatisiert. Am Sonntag, dem 24. Juli 2022, gibt es um 16.45 Uhr eine öffentliche Gedenkfeier in der Gedenkstätte im Tunnel an der Karl-Lehr-Straße, teilt die Stiftung „Duisburg 24.7.2010“ mit. Den musikalischen Rahmen gestaltet Anke Johansson (Sängerin, Pianistin und Komponistin aus Duisburg), instrumental begleitet von Jens Otto. Die Ansprache hält der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, Jürgen Thiesbonenkamp.

Wie in den vergangenen Jahren bittet die Stiftung die Medienvertreter darum, aus Respekt vor den Angehörigen während der Gedenkfeier nur stationäre Ton- und Filmaufnahmen zu machen. Es gibt Stand heute keine Corona-Auflagen. Trotzdem wird auch in diesem Jahr die Gedenkfeier in Zusammenarbeit mit Studio 47 per Live-Stream im Internet übertragen. Stiftung und Stadt als Veranstalter möchten damit auch den öffentlichen Charakter des Gedenkens unterstreichen und allen Interessierten in der Stadtgesellschaft und darüber hinaus die virtuelle Teilhabe ermöglichen, heißt es in der Pressemitteilung der Stiftung vom 17.7.2022.

Wer an diesem Tag Begleitung und Hilfe braucht, kann sich über die Homepage der Stiftung (www.stiftung-duisburg-24-7-2010.de ) melden. Die Hinterbliebenen werden während ihres Aufenthalts in Duisburg betreut. Für sie findet in der Salvator-Kirche am frühen Nachmittag eine Andacht statt. Kurz vor dem Beginn der Gedenkfeier werden sie an der Gedenkstätte eintreffen. Am Abend zuvor organisiert der Verein „Bürger für Bürger“ wieder die „Nacht der 1000 Lichter“. Beginn ist um 18 Uhr. Der Tunnel wird von der Stadt für den Autoverkehr gesperrt. Bitte beachten Sie hierzu die Veröffentlichungen der Stadt Duisburg .

In der Pressemitteilung teilt die Stiftung zudem mit, dass vor wenigen Wochen überraschend der Sprecher des Stiftungsbeirats Manfred Reißaus verstorben ist. Als Gründungsmitglied der Stiftung und jahrelanges aktives Mitglied im Beirat habe er – dessen Tochter Svenja bei der Loveparade ums Leben kam – als Sprecher der Angehörigen wichtige Impulse gegeben und war allen Beteiligten ein geschätzter Ideen- und Ratgeber. „Jenseits dieser Verdienste war stets spürbar, dass er ein trauernder und leidender Mensch war, der den Verlust seiner Tochter nicht verwunden hat. Wir haben ihn als jemanden kennen- und schätzen gelernt, der für Gerechtigkeit kämpfte und die Übernahme von Verantwortung für die Loveparade-Katastrophe einforderte. In zahlreichen Interviews mit den Medien hat er dies immer wieder deutlich gemacht und kein Blatt vor den Mund genommen. Mit seinem Engagement für die gemeinsamen Interessen der Angehörigen z.B. bei der Gestaltung der Gedenkstätte und der Jahrestage, aber auch mit seinem beharrlichen Eintreten für die Aufklärung und strafrechtliche Aufarbeitung des Loveparade-Unglücks hat er Spuren hinterlassen.“

Über die Stiftung „Duisburg 24.7.2010“
www.stiftung-duisburg-24-7-2010.de
Fünf Jahre nachdem am 24. Juli 2010 auf der Loveparade in Duisburg 21 junge Menschen ums Leben kamen, 500 weitere zum Teil schwer verletzt und viele traumatisiert worden waren, wurde auf Initiative von Hinterbliebenen und Überlebenden die Gründung einer Stiftung angeregt. Aufgabe der Stiftung ist es in erster Linie, die Unterstützung und Beratung von Hinterbliebenen und Betroffenen sowie die Pflege der Gedenkstätte und die Organisation der jährlichen Gedenkfeier für die Zukunft zu sichern. Das Kuratorium – Jutta Stolle (Franz Haniel & Cie.), Peter Gasse (HKM-Geschäftsführer), Johannes Pflug (ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter), Ulrike Stender (Diakonie) und Dr. Jürgen Thiesbonenkamp (ehemaliger Vorstand der Kindernothilfe) – verbürgt sich für die satzungsgemäße Verwendung der Finanzmittel. Duisburg und seine Stadtgesellschaft bekennen sich damit zur Verantwortung für die Folgen der Katastrophe.

 

 

  • 19.7.2022
  • Rolf Schotsch
  • Red