Digitale Adventskalender schenken Freude

Viele Kirchengemeinden gestalten jährlich Adventskalender, um ihre Mitglieder zu beschenken. In diesem Jahr sind viele davon digital. Hinter den virtuellen Türchen findet sich Traditionelles, Musikalisches und in einem Fall sogar etwas Kriminalistisches.

In einigen Gemeinden ist es eine lieb gewonnene Tradition, lebendige Adventskalender zu gestalten. Gemeindemitglieder können dann von Tür zu Tür ziehen und erleben dort an jedem Tag eine neue Überraschung. In diesem Jahr sind solche persönlichen Zusammenkünfte nur schwer umzusetzen, doch die Adventsaktionen finden trotzdem statt – und zwar digital.

Digitale Adventskalender bringen neue Formate hervor

Dabei haben die einzelnen Gruppen nicht einfach abgefilmt oder aufgeschrieben, was sonst vor Ort erlebbar wäre, sondern ganz eigene Formate entwickelt. So gibt es etwa einen echten Krimi-Film zur Geburt Jesu oder Auftritte von Prominenten. Wir stellen eine Auswahl der digitalen Adventskalender vor.

Adventskalender der Militärseelsorge

Der digitale Adventskalender der Militärseelsorge hält schon vor dem Start eine Botschaft bereit, die wohl das größte Geschenk ist: „Weihnachten findet statt!“ Unter diesem Motto werden per E-Mail-Newsletter täglich geistliche Impulse mit passenden Bildern geliefert. Auf der Website www.weihnachtenfindetstatt.de werden dazu täglich vertiefende Inhalte sowie „Biblisches und Kurioses“ veröffentlicht. Also lassen Sie sich überraschen. Eine Anmeldung zum Newsletter ist über die Webseite noch möglich.

Mit Silke Röcher-Hoffmann liefert auch eine Pfarrerin aus dem Gebiet der rheinischen Kirche einen Beitrag zu dem Kalender der Militärseelsorge. Hoffmann hat während eines Auslandseinsatzes in Estland eine Video-Andacht aufgezeichnet. In einem Bericht erzählt sie von ihren Erfahrungen im Ausland . Röcher-Hoffmann ist sonst im Militärpfarramt in Rheinbach tätig und ist kirchlich in der Region Bonn verwurzelt. Ihr Beitrag für den Adventskalender der Militärseelsorge wird am 4. Advent freigeschaltet.

Weihnachtsfestnahme

Kurios und überraschend dürfte es auch bei dem Adventskalender mit dem Titel „Weihnachtsfestnahme“ werden. Denn in 24 spannenden Clips wird ein echter Krimi erzählt. Vor dem Ermittler liegt ein kniffliger Fall mit einem Hirten als fragwürdigem Zeugen, einem Mann, der die Vaterschaft eines Kindes leugnet und einem Weisen, der davon spricht, dass hinter diesem Fall noch viel mehr steckt. Das Videoprojekt entstand unter Mithilfe des CVJM Westbundes und der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland und kann auf www.weihnachtsfestnahme.de verfolgt werden.

Einen echten Krimi gibt es bei dem digitalen Adventskalender unter dem Motto „Weihnachtsfestnahme“. Foto: Sinnenpark Mobil

Besinnliches und Satire aus Duisburg

Die Stadt Duisburg ist zwar auch bekannt für Krimis rund um den Tatort-Ermittler Horst Schimanski, doch in der Adventszeit wird es eher besinnlich. So wird die Kirchengemeinde Wanheimerort auf ihrem YouTube-Kanal und auf ihrer Facebook-Seite vom 1. Dezember bis zum 24. Dezember täglich ein Video-Törchen öffnen. Dabei erwarten die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht zuletzt auch musikalische Beiträge, denn für innovative Ansätze ist Pop-Kantor Daniel Drückes bekannt.

Musikalisch wird es auch beim Adventskalender der Gemeinde Großenbaum-Rahm. Allerdings ist Musik nur eines der Themen, um die es bei dem Adventskalender geht. Die Gemeinde will sich nämlich an den vielen Tagen im Advent so vielfältig zeigen, wie es auch die Gemeindemitglieder sind. Die  Impulse kommen aus dem Kindergarten, von Pfarrerinnen und Pfarrern und von anderen Gruppen. So gibt es mal ein Lied zu hören, mal einen Text und auch mal ein Bild zum ausmalen oder eine Anleitung zum Basteln.

Hinter einer dieser Türen versteckt sich der Satiriker Wolfgang Trepper. Foto: MyAdvent.net

Die Gemeinde Meiderich hat für seinen digitalen Adventskalender auch Prominente gewinnen können. Der Satiriker Wolfgang Trepper und die Sängerin Anja Lerch verstecken sind hinter jeweils einem der 24 Türchen. Es wird aber noch nicht verraten hinter welchem. Spannend wird dabei auch sein, ob der bei seinen Auftritten eher rau wirkende Trepper im Advent besinnliche Töne anstimmt.

Videos aus St. Wendel

Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde St. Wendel Niederlinxweiler hat ihren lebendigen Adventskalender zu einer Tradition werden lassen. In den vergangenen Jahren haben sich daran viele Gruppen aus dem ganzen Ort beteiligt und mit Gesang, Texten und Aufführungen jeden Tag im Advent ganz besonders und sehr persönlich gestaltet. In diesem Jahr wurde der lebendige Adventskalender digitalisiert. Hinter den 24 Türchen, die auf der Webseite der Gemeinde zu sehen sein werden, verstecken sich verschiedene Videos. Sie kommen von Privatleuten, den Kindergärten der Gesamtkirchengemeinde, dem Kinderhaus der Stiftung Hospital, dem Kneippverein, dem Hospiz, dem Eine-Welt-Laden und dem Posaunenchor. „Unser Adventskalender wird so bunt sein, wie es unsere Stadt und unsere Gemeinde ist“, sagt Tina Cerovsek, die den Adventskalender betreut.

Bildung als Geschenk

Auch die Evangelische Erwachsenenbildung in Nordrhein-Westfalen (EEB-NRW) bietet in diesem Jahr einen digitalen Adventskalender an. Hinter den einzelnen Türchen auf der Bildungsplattform der EEB-NRW finden sich statt Süßigkeiten Häppchen fürs Hirn. Denn während viele (digitale) Adventskalender auf Unterhaltung setzen, steht bei diesem Angebot die Bildung im Vordergrund. Den Kalender kann man über den Gast-Zugang auf der Plattform der EEB-NRW abrufen.

Bastel-Anleitungen und mehr aus Oberhausen

Die Christuskirchengemeinde Alt-Oberhausen hat hinter den Türen des Adventskalenders Angebote zum Mitmachen versteckt. So sind zum Beispiel Bastelanleitungen in dem Kalender versteckt. Doch die Gemeinde nutzt den Adventskalender auch, um kreative Projekte aus Oberhausen vorzustellen. Ebenso lassen sich nach und nach musikalische Beiträge und spannende Geschichten über die Webseite der Gemeinde abrufen.

Hybrider Adventskalender in Köln

Die Thomaskirche in Köln hat nicht nur einen digitalen, sondern sogar einen hybriden Adventskalender geschaffen. Was das heißt? Der lebendige Adventskalender verbindet digitale Aktionen mit Angeboten vor Ort. Nicht umsonst heißt der Adventskalender „Lebendiger Adventskalender im Agnesviertel“. Schließlich setzt er einen Schwerpunkt auf die Arbeit in der eigenen Nachbarschaft. Hinter den einzelnen Türchen verstecken sich Videos, Texte, Fotos mit Bezug zum Veedel (Viertel). Dazu gibt es aber auch Hinweise auf Veranstaltungen vor Ort, die auch über das Video-Konferenz-Programm Zoom von zuhause aus verfolgt werden können.

In Düsseldorf stehen Gemeindemitglieder selbst im Mittelpunkt

Auch Düsseldorfer Gemeinden haben sich nach dem Aus für lebendige Adventskalender vor Ort für digitale Alternativen entschieden. In Düsseldorf sind die digitalen Angebote jedoch nicht nur für Gemeindemitglieder, sondern kommen vor allem von Gemeindemitgliedern. Die Gemeinde im Stadtteil Gerresheim etwa setzt auf vielfältige Videobeiträge, die vor allem ehrenamtliche Musikerinnen und Musiker verantworten. Weil einige der Beiträge bewusst kurzfristig noch im Dezember entstehen werden, dürften einige spannende Überraschungen dabei sein. Hier geht es zu dem Adventskalender auf www.evangelisch-gerresheim.de .

Die Johanneskirche in Düsseldorf stellt ebenfalls ihre Gemeindemitglieder in den Mittelpunkt. Der digitale Adventskalender der Stadtkirche hält hinter den Törchen 24 persönliche Geschichten über Freude und gelebte Hoffnung bereit, die von Teilen der Gemeinde erzählt werden. Die Geschichten sind auf der Webseite der Johanneskirche zu finden .

Aus Hochdahl kommen kreative Basteltipps und Backanleitungen

Die Gemeinde Hochdahl hat einen digitalen Adventskalender gestaltet, der über die üblichen 24 Türchen hinausgeht. Der Kalender ist am Vorabend des 1. Advent gestartet und läuft bis zum 6. Januar und ist ein ökumenisches Projekt, das gemeinsam mit der Gemeinde St. Franziskus Hochdahl erarbeitet wurde. Hinter den Toren verbergen sich kreative Beiträge, in denen es um Musik, Gebete, aber auch ums Basteln geht. Die Bastelanleitungen sollen dabei für alle einfach umzusetzen sein. Deshalb wird auch nicht mit extra gekauften Materialien gewerkelt, sondern zum Beispiel mit Verpackungen von Teebeuteln, die zu bunten Sternen werden. Es wird aber auch kulinarisch einiges geboten: In der Weihnachtsbäckerei entstehen zum Beispiel Weckmänner – in einigen Gebieten der rheinischen Kirche auch als Stutenkerle oder Pumänner bekannt.

 

  • 11.12.2020
  • Aaron Clamann
  • Red