Zwischenstopp Rheinorange Duisburg: Staffelstab mit christlichen Friedenswünschen weiter auf dem Weg nach Karlsruhe

Am letzten Samstag, 14. Mai schickten Christinnen und Christen bei der Ruhrmündung am Rheinorange einen Staffelstab, der seit Anfang Mai im Rahmen einer Pilgerstafette auf dem Weg nach Karlsruhe ist, weiter zur nächsten Etappe nach Krefeld. Nach der ökumenischen Andacht von Superintendent Dr. Christoph Urban wurde der Staffelstab mit zusätzlichen Duisburger Segenswünschen zur katholischen Kirche St. Matthias Hohenbudberg gebracht. Nach einem Gottesdienst kamen die Botschaften am gleichen Tag noch in Düsseldorf an. Letztes Ziel der Reise der vom Arbeitskreis Christlicher Kirchen NRW (ACK NRW ) organisierten Aktion ist Karlsruhe. Dort wird im August der Staffelstab – gefüllt mit Gebeten, Segenstexten und Friedensbotschaften – der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der christlichen Kirchen, in dem über 130 christliche Kirchen aus aller Welt vertreten sind, überreicht.

 


 

In der Andacht ging es um Psalm 104. Hier die Ansprache von Superintendent Dr. Urban (es gilt das gesprochene Wort):

<<Wir stehen am Wasser, an zwei Flüssen, die zusammenkommen. Aufbrechen wollen Sie, den Rhein entlang, auf dem Weg zur Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen nach Karlsruhe. Auf diesem Weg leitet uns das Wasser, leitet uns der Fluß. Der Rhein ist uns so vieles: Erholungsgebiet für die Anwohner, Wasserstraße für die Wirtschaft, Lebensraum für Pflanzen und Tiere… Vor allem aber ist der Fluß eben Teil von Gottes Schöpfung. Und der Blick auf die Natur als Gottes Schöpfung macht uns dankbar und erinnert uns an unsere Verantwortung.

Der 104 Psalm ist ein langer Psalm, den zu beten einem diese Dankbarkeit vor Augen führt. Alles um uns herum kommt von Gott und steht in einer Beziehung zu ihm Und alles dient dem Leben, macht das Leben schön. Die Verse 10 — 16 sind dafür ein schönes Beispiel.

Das ist der Blick auf die Schöpfung: Er fragt nicht, wie etwas beschaffen ist und wie es sich nutzen lässt, sondern stellt fest, wie das Leben reich und schön wird durch Wasser, Regen, Pflanzen und Tiere. Und natürlich erlaubt die Schöpfung auch den Menschen reiche Frucht anzubauen und das Leben zu genießen. Und die Antwort, die die Menschen darauf geben, ist Dankbarkeit, ist Freude.

Was in diesem Schöpferlob fehlt ist jede Vorstellung davon, dass es den Menschen je möglich sein könnte, diese Vielfalt und Lebensfülle zu zerstören. Doch die Zedern des Libanon wurden bereits in der Antike abgeholzt. Die Bäche und Ströme bringen heute Abwasser und Gifte mit sich, sodass sie zum Trinken und Erfrischen aufbereitet werden müssen. Viele von Ihnen versiegen überall auf der Welt als Folge des Klimawandels. Auch bei uns bringen die Äcker nicht mehr die reiche Frucht, weil das Wasser von oben fehlt.

Das ist die Verantwortung, die die Wahrnehmung der Natur als Gottes Schöpfung mit sich bringt. G0tt schuf die Welt, damit sie voller Leben sei. Das ist das Wesen der Schöpfung: Es gibt die Welt, damit sie voll Leben sei, damit wir leben können und uns freuen. Bewahrung der Schöpfung heißt daher nicht anderes, als das Geschenk des Lebens annehmen und weitergeben. Unsere Verantwortung wäre als nur, das Leben nicht zu zerstören. Dieser Verantwortung werden wir nicht gerecht.

So wollen wir uns auf den Weg machen: Auf den Weg nach Karlsruhe, auf dem Weg zur Liebe Christi, die die Welt bewegt, versöhnt und eint. Auf den Weg zur Bewahrung der Schöpfung, dem Weg der Bewahrung und Freude an der Schöpfung in unserem Alltag. Auf den Weg der Gerechtigkeit und des Friedens, der uns zu denen führt, die unserer Hilfe bedürfen. Gott segne uns auf all diesen Wegen.>>

  • 16.5.2022
  • Rolf Schotsch
  • Bartosz Galus