„Schön, dass du da bist!“

Willkommenspakete für neue Gemeindemitglieder

Pfarrer Christian Menge mit einem Begrüßungspäckchen (im Hintergrund hinter Bäumen: die Lutherkirche)

Wenn die ersten Umzugskartons ausgepackt sind, die ersten Streifzüge durch das neue Wohnviertel hinter den Neuankömmlingen liegen, dann öffnen sie eines Tages ihren Briefkasten und finden ein kleines Paket. „Gerade noch so groß, dass es in den Briefkasten passt und als Brief durchgeht“, sagt Pfarrer Christian Menge. Auf der dunklen Pappe prangt ein großer, roter Stempelabdruck: Willkommen. Und wer die unerwartete Post dann öffnet, findet ein ganzes Paket an guten Wünschen. Mit viel Liebe zum Detail und professioneller Hilfe hat die Kirchengemeinde eine Willkommenskarte gestaltet, die dem Adressaten zuerst in die Hände fällt: kleine Wimpel, ein freundlicher Schriftzug, ein herzlicher Gruß und die Einladung zu einem Willkommensempfang in die Lutherkirche. Darunter finden sich fair gehandelter Tee und eine Tüte Mikrowellenpopcorn – für eine Auszeit mitten im Einzug. Und wer bei der edlen Holzwolle angekommen ist, der findet ganz unten im Paket auch eine Übersicht mit den Veranstaltungen in der Gemeinde. Aber darum geht es dem Team der Luther-Kirchengemeinde gar nicht so sehr. Deswegen liegt der Gemeindeflyer auch ganz unten.

Ein einladendes Signal
„Wir wollen vor allem ein klares Signal aussenden: Schön, dass du da bist. Wir möchten gerne mit dir in Kontakt kommen!“ fasst Pfarrer Christian Menge zusammen. Und diese Botschaft ist der Gemeinde etwas wert. Deswegen hat sie das Willkommenspaket auf den Weg gebracht und deswegen richtet sie viermal im Jahr die Empfänge für die neu Zugezogenen aus. „Bisher haben wir neuen Gemeindegliedern einen Brief geschickt“, erzählt Menge. Aber der habe sich wohl allzu oft wie Behördenpost angefühlt. Und weil die meisten Neuankömmlinge unter 40 seien, habe er begonnen, umzudenken. Erst schickte die Gemeinde Postkarten und dann entwarf ein Team kreativer Köpfe das Willkommenspaket. Seit Januar erreicht es jeden neuen Haushalt im Einzugsgebiet der Gemeinde.

Zur Begrüßung Sekt und Selters
Höchstens zwei Monate, nachdem die jeweiligen Päckchen auf den Weg geschickt werden, richtet die Gemeinde dann den Empfang aus. „Ganz niederschwellig“, sagt Pfarrer Menge. Im Mittelgang der Kirche steht ein Tisch mit Snacks und dann beginnt der Aufstieg zur Glockenstube. „Wir haben uns gedacht, dass es für neu Zugezogene schön ist, einen Blick über ihr neues Zuhause zu werfen“, erklärt der Pfarrer. Und in der Glockenstube warten dann auch Sekt und Selters – und ein engagierter Turmführer. „Die einen machen dann Fotos, die andern inspizieren die Glocken und wir kommen ins Gespräch“, erzählt Menge von den Erfahrungen des ersten Jahres. Die Rückmeldungen seien sehr positiv – was sowohl die Teilnahme an den Empfängen betrifft, als auch Anrufe oder Kontaktaufnahmen, die später ankommen.

Eine Freude machen
„In erster Linie wollen wir Menschen eine Freude machen“, betont Menge. Aber natürlich gehöre das Willkommenspaket auch zu der Idee, neu anzufangen bei dem Versuch, mit den Menschen um die Kirche herum zu kommunizieren. „Die Kirche weitet ihre Räume“, sagt der Pfarrer. Und darüber scheinen sich die Menschen rund um die Lutherkirche zu freuen. Neulich erreichte den Pfarrer ein Brief: Eine junge Frau bedankte sich für die Post. Das Paket habe sie an einem regnerischen Tag erreicht, an dem sie sich in der neuen Stadt so wenig Zuhause gefühlt habe. Die Post habe ihr den Tag gerettet. „Und genau deswegen machen wir das“, sagt Menge.

  • 24.10.2019
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