Kartäuserkirche in Orange

Seit 1981 thematisieren Menschenrechtsorganisationen am 25. November Gewalt an Frauen. 1999 griffen die Vereinten Nationen (UN) das Datum erstmals offiziell als Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen auf. Weltweit will die UN-Aktion „Orange the World“ in den 16 Tagen vom 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, beispielsweise durch orange angestrahlte Gebäude oder orangefarbene Kleidung auf das Thema aufmerksam machen. Auch Kirchen sind Teil der Aktion, so die Kartäuserkirche, die Innenhöfe des ehemaligen Kartäuserklosters und des benachbarten Hauses der Kirche in Köln. Sie werden am 25. November orange illuminiert.

Die Kölner Kartäuserkirche an der Kartäusergasse 7 steht Besucherinnen und Besuchern am Aktionstag zudem von 18 bis 22 Uhr offen. Um 19 Uhr gibt es dort unter der Überschrift „Nein heißt nein!“ einen Gottesdienst mit Pfarrer Martin Gröger, den Pfarrerinnen Dorothee Schaper (Frauenbeauftragte des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region) und Almuth Voss sowie Kantor Thomas Frerichs. Die beiden Pfarrerinnen haben für den Tag auch einen Fürbittenvorschlag erarbeitet. Eine ursprünglich für den Kölner Bahnhofsvorplatz geplante öffentliche Aktion musste coronabedingt abgesagt werden.

Die Kartäuserkirche befindet sich in der Kölner Südstadt.

Video des christlichen Fernsehsenders SAT-7

Der christliche Fernsehsender SAT-7, der sein Programm im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika ausstrahlt und dessen Frauenprogramm auch von der Evangelischen Kirche im Rheinland finanziell unterstützt wird, hat zum Aktionstag ein englischsprachiges Video erstellt. SAT-7-Geschäftsführerin Rita El-Mounayer beschreibt darin die Bedeutung des Kampfs gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen gerade unter den besonderen Bedingungen der weltweiten Corona-Pandemie.

Online-Andacht wendet sich insbesondere an betroffene Frauen

Die Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat insbesondere für Frauen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, zum Aktionstag eine knapp halbstündige Online-Andacht produziert. Dort wird am Ende auch auf regionale und bundesweite Hilfsangebote hingewiesen.

Beratungsangebote der rheinischen Kirche

Beratung bei Gewalterfahrungen bieten auch die 58 evangelischen Beratungsstellen in den 37 Kirchenkreisen der rheinischen Kirche und die auf das Gewaltthema spezialisierten Beratungsstellen der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe . „Wir bleiben zu Hause – in diesem November ein vielgebrauchter Satz“, sagt Irene Diller von der Gender- und Gleichstellungsstelle der rheinischen Kirche. „Aber nicht für alle ist das Zuhause ein sicherer Ort. Gewalt in Familien hat während der Pandemie deutlich zugenommen. ,Gewalt gegen Frauen verletzt Gott selbst‘, hat die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland schon vor 20 Jahren festgehalten. Das ist ein klares Statement. Darum müssen wir auch an diesem 25. November wieder ein Zeichen setzen gegen Gewalt.“


Fürbittenvorschlag zum Aktionstag

Am 25. November ist der Internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“.
Deshalb bringen wir vor dich, Gott:

Wir alle sind nach deinem Bilde geschaffen und mit Würde gekrönt.
142.000 in Deutschland angezeigte Straftaten verletzen und missachten dies.
So oft haben 2019 Frauen Gewalttaten polizeilich gemeldet,
im Dunkelfeld gibt es deutlich mehr Taten.
Auf der Straße, im Netz und zu Hause leben Frauen gefährlich.

Die neue Studie für 2019 zeigt das:
Jeden Tag versucht ein Partner oder Expartner eine Frau zu töten,
an jedem dritten schafft er es.
Im Schnitt greift alle 45 Minuten ein Mann seine Partnerin an.
Sexualisierte Gewalt und Femizide müssen benannt, verfolgt und bestraft werden,
denn die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar.
In Köln und überall auf dieser Welt.

Gott, du Ewige, wir bitten um Kraft, Mut und Lebenswillen.

Gott, wir alle sind nach deinem Bilde geschaffen und mit Würde gekrönt.
In diesem Jahr sind nun 25 Jahr vergangen,
dass bosnisch-muslimische Frauen im Krieg sexualisierte Gewalt an Leib und Leben erlitten.
Massenhafte Vergewaltigungen sollten dem Gegner auf Kosten von Frauen zeigen, wer Herr im Haus beziehungsweise Land ist.

In diesem Jahr sind nun 75 Jahre vergangen,
dass Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegswirren sexualisierter Gewalt an Leib und Seele besonders stark ausgesetzt waren.
In Kriegs- und Krisenzeiten sind immer und überall Frauen sexualisierter Gewalt ausgesetzt.

Gott, du Ewige, wir bitten dich, gib den Frauen Kraft, Mut und Lebenswillen,
heile sie mit der Schönheit und Poesie deiner Schöpfung,
gib ihnen Vertrauen, behutsam zwischenmenschliche Begegnung zurückzugewinnen.

Gott, du Ewige, gib uns allen die Bereitschaft und Fantasie, zur Heilung dieser Welt beizutragen.

Dorothee Schaper/Almuth Voss 

  • 25.11.2020
  • Ekkehard Rüger
  • Dorothee Schaper, Ekkehard Rüger