Ökumenischer Kirchentag: Angebote in der rheinischen Kirche

Dieses Mal ist alles anders: Eine Großveranstaltung wie sonst in einer großen Stadt kann der Kirchentag nicht feiern. Der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) vom 13. bis 16. Mai in Frankfurt erfordert in Corona-Zeiten besonders viel Kreativität. Der Kirchentag findet vor allem online statt – und auch aus dem Rheinland kommen Angebote, die digital und regional sind.

Ökumenischer Kirchentag in Wesel von Himmelfahrt bis Pfingsten

Thomas Bergfeld, Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel, berichtet von einem eigenen Ökumenischen Kirchentag von Himmelfahrt bis Pfingsten in der niederrheinischen Stadt. „Wir werben auf Litfaßsäulen. Da haben wir so geplant, dass auch etwas stattfinden kann“, so Bergfeld. Wenn ein Gottesdienst nicht als Open-Air-Veranstaltung gefeiert werden kann, wird er online gestaltet. Zum Programm gehören in Wesel unter dem Motto „schaut mal hin“ zum Beispiel Fahrradrouten zu lokal bekannten Orten wie der Kläranlage, einem Denkmal und dem Rhein, ein Podiumsgespräch zum Klimawandel und ein Bibliolog.

Hessischer Abend zum Ökumenischen Kirchentag in Mülheim an der Ruhr

Ein durchgängig digitales Programm stellt der Mülheimer Pfarrer Dietrich Sonnenberger für den Kirchenkreis an der Ruhr für alle Tage des Kirchentages in Aussicht. Dazu gehört am Himmelfahrtstag ein hessischer Abend mit „Äbbelwoi un Grie Sooß“ (Apfelwein und Grüne Soße) und hessischem Kabarett in digitaler Gemeinschaft. „Digital Übernachten“ heißt es für kirchentagserprobte Jugendliche von Samstag auf Sonntag.

„Zum Eröffnungs- und Abschlussgottesdienst sowie drei zentralen Veranstaltungen des Kirchentages am Samstag bieten wir außerdem eigene Online-Gesprächsrunden an“, so Sonnenberger. Weiter im Programm: eine tägliche Expedition „mit Gottes Augen durchs Quartier“, Kirchentagslieder in Zoom und „Abendmahl zum Abendbrot“.

Fahrradtour und Jugendgottesdienst in Gladbach-Neuss

„Der Abend der Begegnung war immer ein Highlight für alle Kirchentagsbesucherinnen und -besucher“, erklärt die Jugendreferentin im Kirchenkreis Gladbach-Neuss, Nadine Weuthen. Am Himmelfahrtstag werden stattdessen in Mönchengladbach und Neuss zum Thema „schaut hin“-Stationen an den Gemeindehäusern angeboten. Die Stationen könnten mit dem Fahrrad abgefahren werden, so Weuthen. Natürlich stehe es den Teilnehmenden auch frei, zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Gemeindehäuser zu besuchen.

Das Jugendreferat unterstützt die Aktion unter anderem mit „Give aways“ für alle Teilnehmenden. Sie können sich dann mit bedrucktem Rucksack, Snacks und Dekoration für die Fahrräder als Gruppe erkenntlich machen. Außerdem gibt es eine Kirchentagsübernachtung per Zoom. Darüber hinaus planen Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus sieben Gemeinden mit dem Kirchenkreis Gladbach-Neuss einen Jugendgottesdienst, der live aus der Kirche in Otzenrath auf YouTube gestreamt wird . Das Thema „Schaut hin“ (Mk 6,38) wird im Gottesdienst von den Jugendlichen mit aktuellen Problemen aufgegriffen. Wo und wann müssen wir in der heutigen Zeit ganz besonders hinschauen? Und reicht das aus? Los geht es am Samstag, 15. Mai, um 19 Uhr.  Mit dabei sind unter anderem Superintendent Dietrich Denker und Jugendreferentin Weuthen, die mit ihrer Band „NOA” für Musik sorgt. Alle Infos zu den Aktionen im Kirchenkreis Gladbach-Neuss gibt es hier .

Handy-Rallye in Kirchengemeinde Haßlinghausen-Herzkamp-Silschede

In der Evangelischen Kirchengemeinde Haßlinghausen-Herzkamp-Silschede haben Konfirmandinnen und Konfirmanden eine Handy-Rallye (Actionbound) zum Thema „Schaut hin: Umwelt- und Klimaschutz“ erarbeitet. Seit Sonntag, 9. Mai, ist der Bound freigeschaltet und kann mit der kostenlosen App „Actionbound“ nicht nur von Jugendlichen gespielt werden. Startpunkt und Ziel der Rallye sind jeweils die evangelischen Kirchen in Haßlinghausen, Herzkamp und Silschede. Dort findet sich in den Schaukästen ein QR-Code, mit dem über die Actionbound-App die Rallye gestartet wird. Es geht nicht nur darum, den richtigen Weg zu finden, sondern in den Ortsteilen und bei sich selbst genau hinzuschauen, was zum Thema Umwelt- und Klimaschutz dran ist, Quizfragen zu beantworten, Aufgaben zu lösen und Punkte zu sammeln. Für den jeweils circa 3,5 km bis vier Kilometer langen Weg sollten die Mitspielerinnen und Mitspieler rund 90 Minuten einplanen.

Bonn-Beuel: Vier ökumenische Gottesdienste

Die Evangelische Kirchengemeinde Beuel plant anlässlich des Ökumenischen Kirchentages ökumenische Gottesdienste: In Beuel-Mitte gibt es zwei Abendgebete: am Freitag, 14. Mai, 19 Uhr, in der Versöhnungskirche, Neustraße 2, Anmeldung unter Telefon 0228 472908, und am Sonntag, 16. Mai, 19 Uhr, in Sankt Josef, Hermannstraße, Anmeldung unter Telefon 0228 4036740 beim katholischen Pfarrbüro. Die liturgische Leitung haben Pastoralassistentin Schwester Cäcilia und Pfarrerin Heike Lipski-Melchior. Die musikalische Gestaltung übernehmen Kantor Hubert Arnold und Seelsorgebereichsmusiker Michael Bottenhorn mit Chormitgliedern. Ein Open-Air-Gottesdienst wird am Samstag, 15. Mai, 16 Uhr auf dem Gelände des Sankt Adelheid-Gymnasiums, Pützchen, gefeiert, Anmeldung im katholischen Pastoralbüro, Telefon 0228 481274 oder per E-Mail: pfarrbuero@pfarrei-christ-koenig.de 

Hennef: Den Abschluss-Gottesdienst live mitfeiern

Der Abschlussgottesdienst des Ökumenischen Kirchentags, gesendet aus der Weseler Werft in Frankfurt am Main, wird in der Hennefer Christuskirche mitgefeiert. Der Titel: „Schaut hin – blickt durch – geht los.“ Beginn ist am Sonntag, 16. Mai, um 10 Uhr in der Christuskirche, Beethovenstraße. Dort ist Pfarrer Dr. Stefan Heinemann mit dabei.

Dollendorf: Zwei Gottesdienste gemeinsam mitfeiern

In der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel wird der Kirchentag mit folgendem Angebot: begleitet: „Kommt und seht!“, Gottesdienst am Samstag 15. Mai, 19 Uhr, in der Evangelischen Kirche Dollendorf: Der Gottesdienst wird live aus Frankfurt übertragen auf eine große Leinwand in der Kirche und mitgefeiert, auch mit Abendmahl.

Troisdorf: Extra ein Event für Jugendliche

Einen Kirchentag für Jugendliche – teils digital, teils open air – stellen die Evangelische Friedens-Kirchengemeinde Troisdorf und die Evangelische Kirchengemeinde Troisdorf auf die Beine. Das Event richtet sich an 13- bis 15-Jährige. Für die Jugendlichen gibt es deshalb Spiel und Spaß, Kennenlernen und Aktionen via Zoom und bei Open-Air-Andachten morgens und abends. Gender, Ökologie, Antisemitismus/Rassismus und Partizipation sind die für Troisdorf geplanten Themen. Zu Gast bei den Jugendlichen wird Superintendentin Almut van Niekerk sein und mit ihnen über Frauen in Führungspositionen sprechen (Freitag, 13 Uhr). Die vorgesehene Tagesstruktur lautet für die Zeit vom 13. bis 16. Mai: Beginn um 11 Uhr mit einer Andacht, von 12 bis 14 und von 15 bis 17 Uhr Programm, Ausklang mit der Andacht um 17.30 Uhr. „Was steht ihr da und schaut zum Himmel?“ Diese Frage aus der Apostelgeschichte steht am Anfang – über dem Open-Air-Gottesdienst an Christi Himmelfahrt, 11 Uhr, auf der Wiese vor dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Bonhoefferstraße 4, Friedrich-Wilhelms-Hütte. Vikarin Judith Manderla und Prädikant Simon Schilling leiten den Gottesdienst.Informationen und Anmeldung hier .

Rheinisches aus Frankfurt

Unter dem Leitwort „schaut hin“ sind beim Kirchentag online rund 80 zentrale digitale Veranstaltungen zu Glaubens- und Vertrauensfragen, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der wachsenden globalen Verantwortung zu erleben. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem Rheinland sind an den Online-Veranstaltungen beteiligt. Dazu gehören die Essener Theologin und Autorin Christina Brudereck und der Landespfarrer für Kindergottesdienste David Ruddat aus Wuppertal. Gemeinsam sind sie am Kirchentagssamstag in der Veranstaltung „Alles hat seine Zeit. Eine Stunde zum Zusammenleben“ zu sehen.

 „Online-Gottesdienst next-level“

Sarah Vecera, rheinische Prädikantin und Referentin bei der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal, ist eine der Liturginnen beim  Eröffnungsgottesdienst, der am 13. Mai von 10 bis 11 Uhr im Programm Das Erste und im Livestream zu sehen ist . Schon von den Vorbereitungen und Dreharbeiten ist sie nachhaltig beeindruckt.  Das sei „Online-Gottesdienst next-level“, so Sarah Vecera. Doch nicht nur Technik und der professionelle Ablauf seien herausragend. „Ich denke, das wird wirklich ein vielfältiger Gottesdienst mit unterschiedlichen Perspektiven und ich finde es toll, dass der Ökumenische Kirchentag sich gute Gedanken über mehr Diversität gemacht hat“, sagt sie.

Podium „Weiße Kirchen“ mit rheinischen Gästen

Sarah Vecera ist auch  Gast bei der Podiumsdiskussion „Weiße Kirchen – Warum unsere Kirchen oft so weiß dominierte Räume sind“ Samstag, 15. Mai, 10 bis 11 Uhr. Mit auf dem Podium ist unter anderem Anti-Rassismus-Trainer Sami Omar aus Aachen. Omar war im März als Referent zu Gast auf dem Tag rheinischer Presbyterien und hat dazu beigetragen, Versäumnisse bei der Befassung mit Rassismus innerhalb der rheinischen Kirche aufzuzeigen. Das hat einen Prozess angestoßen, in dem sich die rheinische Kirche intensiver mit strukturellem Rassismus in den eigenen Reihen beschäftigen wird.

Präses Latzel diskutiert: Gemeinsam am Tisch des Herrn

Bischof Dr. Stephan Ackermann und Präses Dr. Thorsten Latzel diskutieren am Freitag, 14. Mai, 15 bis 17 Uhr, anlässllich des Kirchentags das Ökumene-Votum „Gemeinsam am Tisch des Herrn“. Auch die Corona-Pandemie und die Fragen rund um das Abendmahl, die sie aufgeworfen hat, sollen eine Rolle spielen. Mit dabei sind die Mitglieder des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) Prof. Dr. Johanna Rahner und Prof. Dr. Volker Leppin sowie als Moderator der Gesprächsrunde Prof. Dr. Andreas Mühling von der Uni Trier. Interessierte können die Diskussion live bei YouTube verfolgen und sich über die Kommentarfunktion mit Fragen beteiligen.

  • 10.5.2021
  • Ralf Thomas Müller
  • ÖKT