Seelsorge braucht zukünftig mehr gut ausgebildete Ehrenamtliche

Pressekonferenz zum Schwerpunktthema Seelsorge der Landessynode

Düsseldorf. „Wir brauchen eine kluge Kombination von Haupt- und Ehrenamt“, sagt Präses Dr. Thorsten Latzel bei der heutigen Pressekonferenz zur Zukunft der Seelsorge, die Schwerpunktthema der derzeit tagenden Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland ist. Auch mit geringeren finanziellen und personellen Möglichkeiten „werden wir eine Kirche sein, die Menschen helfen kann, ihr Leben zu orientieren“, betont Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene im Düsseldorfer Landeskirchenamt. Denn: „Wir ermutigen dazu, Ehrenamtliche auszubilden, die Seelsorge mit ihrer eigenen Lebenserfahrung zu verbinden.“

Am Mittwoch, 19. Januar, wird die Landessynode zudem eine Perspektivschrift zur Zukunft der Seelsorge verabschieden, die in ihrem Kern die Relevanz der Seelsorge als kirchliches Handlungsfeld herausstellt und Wege aufzeigt, wie diese auch künftig in einer kleiner werdenden Kirche, mit weniger Geld und Personal, präsent sein kann. „Seelsorge ist die Muttersprache unserer Kirche, die Kommunikation der Liebe Gottes“, erklärt Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. „Um das auch in Zukunft zu gewährleisten, müssen wir verstärkt auf den Grundsatz vom Priestertum aller Gläubigen zurückgreifen und Gemeindemitglieder zur Seelsorge untereinander stärken – aber mit professioneller Begleitung.“

Aktuelle Statistik zur Seelsorge

„Wir sind da – 24/7“, betont Kirchenrätin Eva Bernhardt, Dezernentin für Seelsorge im Düsseldorfer Landeskirchenamt – und nennt Arbeitsbereiche und Zahlen. Von 1774 Pfarrinnen und Pfarrern insgesamt sind 1123 (63,3 Prozent) in der Gemeindeseelsorge tätig. 163 Pfarrpersonen (etwa neun Prozent) arbeiten in speziellen Seelsorgefeldern. Größter Bereich sei dabei mit 96 Pfarrpersonen die Seelsorge im Gesundheitswesen, also in Krankenhäusern, in Psychiatrischen Kliniken und Kliniken des Maßregelvollzugs, in Altenheimen und Hospizen.

Videoreihe macht Seelsorgefelder sichtbar

#seelsorgeistda : „Ein Mal gehört zu haben ,Du bist von Gott geliebt‘, reicht fürs Leben“, sagt Gefängnisseelsorgerin Pfarrerin Sabine Reinhold in einem Teaser-Clip zu einer Videoreihe, die Seelsorgefelder sichtbar macht. „Wichtig ist es für die Menschen, die Hilfe suchen, dass sie Menschen begegnen, die es nicht besser wissen, die nicht Lösungen anbieten, sondern die sie wohlwollend begleiten“, sagt Telefonseelsorger Pfarrer Volker Bier. „Also wenn das nicht unsere Aufgabe ist als Kirche, nach zutiefst erschrockenen, leidenden Menschen zu gucken, dann weiß ich nicht, wo sie sonst hingehört“, sagt Notfallseelsorgerin Bianca van der Heyden angesichts des Trümmer-Szenarios der Flutgebiete vom Juli 2021.

  • 17.1.2022
  • Cornelia Breuer-Iff, Christina Schramm
  • Marcel Kuß