Haus der Stille setzt 2021 mit „Silence for Future“ auf Umweltschutz

„Ruhe ist nicht gleich Stille“, sagt Irene Hildenhagen, die das Haus der Stille leitet, das nun sein neues Jahresprogramm für 2021 vorgestellt hat. Im Zentrum stehen dabei der Umweltschutz und die Frage, wie man in Zeiten der Corona-Pandemie mit Verunsicherung umgeht.

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden viele Kultureinrichtungen in diesem Jahr immer wieder geschlossen, Gastronomiebetriebe blieben zu. Auch Treffen in größeren Personengruppen waren nicht möglich. Die Folge: teils gespenstische Fußgängerzonen und leere Straßenzüge in Städten und Dörfern. Warum sollte man also in Zeiten solch vermeintlicher Ruhe auch noch das Haus der Stille besuchen?

Stille kann gegen Flut an Nachrichten helfen

Durch den Blick auf ständig neue Regelungen zum Corona-Schutz und eine Nachrichtenflut zu Infektionszahlen entstehe „ein großes Informationsrauschen und eine nachhaltige Verunsicherung“, sagte Irene Hildenhagen. Und so sei es gerade in dieser Zeit wichtig, die eigenen spirituellen Kraftquellen und die Verbindung zu Gott zu stärken. „Für viele ist die wirkliche Stille so ungewohnt, dass sie sie erstmal kaum aushalten“, berichtet Hildenhagen im Gespräch. Deshalb würden Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer von Dozentinnen und Dozenten und dem gesamten Team des Hauses der Stille am Rande des Westerwaldes begleitet.

„Silence for Future“: In der Stille die Natur erleben

Der Wald und die sonstige Natur bilden im Kursprogramm für das kommende Jahr einen zentralen Bestandteil. Unter dem Stichwort „Ökologische Spiritualität“ wird in den Kursen die Beziehung der Menschen mit der Natur aufgearbeitet. Das Team des Hauses der Stille hat dabei Folgen des Klimawandels selbst hautnah miterlebt: Zuletzt mussten in der Umgebung mehrere erkrankte Bäume gefällt werden. Aus dieser Erfahrung wurden nun Kurse entwickelt, die in Anlehnung an die Bewegung „Fridays for Future“ mit ihren Klima-Streiks am Freitag unter dem Motto „Silence for Future“ („Stille für die Zukunft“) stehen.

Haus der Stille bietet breites Kursprogramm an

Neben den Kursen zum Thema Umwelt- und Naturschutz gibt es im kommenden Jahr Kurse aus den Kategorien „Einkehr“, „Stille Tage“, „Exerzitien“, „Meditation/Kontemplation“, „Oasentage“, „Spirituelle Übungstage“ und „Weiterbildung geistliche Begleitung“. Je nach Kategorie sind die Kurse mit Übernachtungen und Verpflegung vor Ort verbunden. Das komplette Kursprogramm finden Sie hier. Auf der eigenen Website informiert das Haus der Stille stets über aktuelle Hygienemaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie.

Info: Das Haus der Stille

Das Haus der Stille ist das Einkehr- und Meditationszentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland. Das Haus steht allen offen, die eine Auszeit zum Auftanken, zur Besinnung und zur Neuorientierung suchen. Das Angebot will ermutigen, die Beziehung zu sich, zu anderen und zu Gott zu überdenken. Dabei will es helfen, Lasten abzulegen, Raum zu eröffnen, um unbeantwortete Fragen ernst zu nehmen. Das Haus bietet die Gelegenheit, Stille als heilsam zu erfahren, geistliche Quellen freizulegen und neue Zugänge zur biblischen Botschaft zu entdecken. Auf diesem Weg zu einer lebendigen Gotteserfahrung werden die Gäste mit Leib, Seele und Geist angesprochen.

  • 17.12.2020
  • Aaron Clamann
  • Anna Siggelkow