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Schöpfung, Dornenkrone und Auferstehung

Gert Weber stellt im Paul-Gerhardt-Haus aus.







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Der Maler Gert Weber und sein Triptychon "Trinität"




Düsseldorf (evdus). Wer in diesen Tagen in das Heerdter Paul-Gerhardt-Haus kommt, der sieht den Raum völlig anders als sonst. Wo an der Stirnwand hinter dem Altar ein schlichtes Holzkreuz hing, stößt der Blick jetzt auf einen überdimensionalen Christuskopf in rot und blau. Die Dornenkrone setzt sich aus den dünnen Leibern vieler Menschen zusammen. Der Christuskopf ist Teil eines Triptychons, das jetzt für längere Zeit in der evangelischen Gottesdienststätte hängt. Gemalt hat es Gert Weber, Jahrgang 1951.

Der linke Teil des dreiteiligen Gemäldes zeigt die Schöpfung (symbolisiert durch einen Embryo), der rechte Teil die Auferstehung (symbolisiert durch helles gleißendes Licht und einen Menschenreigen, der in der Form der ewigen Acht vom Tode zum Himmel sich bewegt). Und in der Mitte eben der Christuskopf.

Weber stammt aus Thüringen. Er hat zu DDR-Zeiten an den Kunsthochschulen von Dresden und Leipzig studiert. Unter anderem hat er an dem großen Bauernkriegs-Panoramagemälde von Werner Tübke in Bad Frankenhausen mitgemalt.

Auf Halde gemalt

Vor über 20 Jahren war es ihm nicht möglich, frei auszustellen. Er habe seine Bilder in der DDR „auf Halde gemalt“. Vor der Wende konnte er nur in Kirchen ausstellen, hat sich mit der Restaurierung von Kunstwerken über Wasser gehalten.

1989/90 wurde das anders und zahlreiche Ausstellungen zeigten in den vergangenen zwei Jahrzehnten Webers Kunst auch in Westdeutschland.

Für die Heerdter Ausstellung hat er das Triptychon gemalt. „Der Raum hier hat förmlich nach einem Bild geschrien“, sagt Weber. Das habe ihn inspiriert. Das Motiv fand der Maler aus dem thüringischen Gräfenhain beim Paul-Gerhardt-Lied „O Haupt voll Blut und Wunden.“

Passionen

Neben diesem zwei mal vier Meter großen Acrylgemälde ist der Zyklus „Passionen“ zu sehen. Die Blätter mit Tuschezeichnungen zeigen Folterszenen, Kindersoldaten vor einem Kreuz mit Gewehr im Anschlag, andere Bilder befassen sich mit Verhören und Verhörmethoden. Weber erklärt diesen Zyklus so: „Das ganze Jahr ist Passionszeit, es wird immer irgendwo gefoltert und gemordet.“

„Die nicht einfachen Bilder Webers werden nicht bei allen Beifall finden“, kommentiert der Heerdter Pfarrer Jörg Jerzembeck-Kuhlmann die Ausstellung. „Sie nötigen zum Näher-Hinsehen und fordern zum Nachdenken heraus.“

Die expressiven Bilder Gert Webers sind bis zum 4. April im Paul-Gerhardt-Haus, Heerdter Landstraße 30, zu sehen. Begleitet wird die Ausstellung von vier Passionsandachten (ab 11. März, donnerstags, 18 Uhr) und einer Podiumsdiskussion über Kunst und Kirche (22. März, 20 Uhr). Am 21. März beginnt um 20 Uhr ein Klang-Farbenspiel: Gert Weber malt zur Musik von Orgel, Saxophon und Percussion ein Bild (Eintritt acht Euro).

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und montags bis donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Paul-Gerhardt-Haus, Heerdter Landstraße 30, Heerdt.

Hier geht es zur Homepage von Gert Weber. Informationen unter der Rufnummer 0211/50 22 91. (8.3.2010)

Einführung: Schulpfarrer Dr. Sascha Flüchter

Kaiserswerth (evdus). Zu einem Gottesdienst anlässlich der Einführung von Pfarrer Dr. Sascha Flüchter lädt der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf am Freitag, 26. März, um 11 Uhr in die evangelische Mutterhauskirche, Zeppenheimer Weg 14, ein.

Pfarrer Dr. Martin Fricke, Leiter der Abteilung Bildung im Kirchenkreis Düsseldorf, führt den neuen Schulpfarrer in seinen Dienst ein. Die Predigt hält Pfarrer Dr. Sascha Flüchter zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 6c des Theodor-Fliedner-Gymnasiums in Kaiserswerth.

Musikalisch trägt der Mittel- und Oberstufenchor des Fliedner-Gymnasiums zu dem Einführungsgottesdienst in der Mutterhauskirche bei.

Dr. Sascha Flüchter studierte in Duisburg und Bochum Evangelische Theologie, Mathematik und Erziehungswissenschaften und promovierte im Fachgebiet „Neues Testament“ in Heidelberg. Nach seinem Vikariat in Duisburg und seinem Zweiten kirchlichen Examen bei der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) trat er 2006 seinen Probedienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Kaiserswerth und am Theodor-Fliedner-Gymnasium an.

Am 26. März wird der heute 34-Jährige in seine neue Stelle als Schulpfarrer eingeführt.

Die Tätigkeit des Schulpfarrers am Theodor-Fliedner-Gymnasium als kirchlicher Schule in der Trägerschaft der Rheinischen Kirche umfasst neben dem Religionsunterricht in der Unter,- Mittel- und Oberstufe vor allem die wöchentlichen Andachten, die monatlichen Schulgottesdienste, die Religionsfreizeiten und die Seelsorge an der Schule.

„Schulpfarrer zu sein, bedeutet Pfarrer einer echten Schulgemeinde zu sein. Diese besondere Gemeinde im Schulleben mit seinen Höhen und Tiefen zu begleiten und sie gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Eltern weiter auszubauen, ist mir ein großes Anliegen“, sagt Flüchter. Flüchter ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der Einführungsgottesdienst beginnt am 26. März, um 11 Uhr, in der Mutterhauskirche, Zeppenheimer Weg 14. (17.3.10)

Auf dem Weg zu einer Lösung

Düsseldorf (evdus). Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf, Ulrich Lilie, ist optimistisch, dass ein gemeinsamer Weg zu einer Lösung der Düsseldorfer Debatte um Kreuze im Gerichtssaal gefunden wird.

Ein Gespräch mit Anne-José Paulsen, Präsidentin des Oberlandesgerichts, Dr. Heiner Blaesing, Präsident des Landgerichts, und Ingolf Dick, Präsident des Amtsgerichts, bezeichnete Lilie als „sehr erfreulich“. Auch der katholische Stadtdechant, Rolf Steinhäuser, nahm an dem Gespräch teil.

In einem konstruktiven Gespräch sei eine Lösung gefunden worden, die „nicht hätte besser ausfallen können“, so Lilie.

„Das Kreuz aus dem Schwurgerichtsaal, das in der Diskussion schon fast symbolische Bedeutung hat, wird einen Ort außerhalb der Sitzungssäle im neuen Gerichtsgebäude bekommen“, so Lilie.

Weiter werden sich die Kirchen mit den Gerichten darüber abstimmen, was mit den übrigen Kreuzen geschehen soll.

Die drei Präsidenten haben zudem vorgeschlagen, aus Anlass der Einweihung des Gerichtsgebäudes einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Dieser soll am 28. April um 11 Uhr in der evangelischen Christuskirche, Kruppstraße 11, stattfinden. Der katholische Stadtdechant Rolf Steinhäuser und der evangelische Superintendent Ulrich Lilie werden den Gottesdienst gestalten.

Im Anschluss des Gesprächs mit den drei Präsidenten der Gerichte gaben die Beteiligten eine gemeinsame Presseerklärung heraus. (15.3.10)

Kreuze in Gerichtssälen: Konstruktives Gespräch zwischen Gerichtspräsidenten und Kirchenvertretern

Gemeinsame Presseerklärung

-der Präsidentin des Oberlandesgerichts Anne-José Paulsen
-des Präsidenten des Landgerichts Düsseldorf Dr. Heiner Blaesing
-des Präsidenten des Amtsgerichts Düsseldorf Ingolf Dick
-des Stadtdechanten Rolf Steinhäuser
-des Superintendenten Ulrich Lilie


Heute haben die Präsidentin des Oberlandesgerichts Anne-José Paulsen, die Präsidenten des Land- und Amtsgerichts Düsseldorf, Dr. Heiner Blaesing und Ingolf Dick, Stadtdechant Rolf Steinhäuser und Superintendent Ulrich Lilie in einer von hoher persönlicher Wertschätzung geprägten und der Bedeutung der Sache angemessenen Diskurskultur über die Entscheidung diskutiert, in den Sitzungssälen des Land- und Amtsgerichts Düsseldorf auf das Aufhängen von Kreuzen zu verzichten.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass das Christentum von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft ist. Gemeinsam betonten sie, dass ihnen eine weitere konstruktive, inhaltliche Auseinandersetzung über die unsere Gesellschaftsordnung tragenden Werte am Herzen liegt.

Bei gemeinsamer grundsätzlicher Akzeptanz der Neutralitätspflicht des Staates kommen die Gesprächsteilnehmer zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Die Präsidenten sehen diese Verpflichtung am Besten dadurch verwirklicht, dass keine religiösen Symbole in den Sitzungssälen aufgehängt werden.

Die Kirchenvertreter sehen in dem Aufhängen von Kreuzen keinen Verstoß gegen die Neutralitätspflicht des Staates; sie erkennen darin vielmehr einen Ausdruck der Verbundenheit der Justiz mit ihrer Geschichte und dem Menschenbild des Grundgesetzes.

Vor diesem Hintergrund äußerten die Vertreter der Kirchen Respekt für die getroffene Entscheidung der Präsidenten und bewerten sie nicht als gegen die christlichen Kirchen oder den christlichen Glauben gerichtete Maßnahme.

Für das Kreuz aus dem Schwurgerichtssaal des alten Landgerichts suchen die Präsidenten einen anderen Ort - außerhalb der Sitzungssäle – in dem neuen Gerichtsgebäude. Für den Umgang mit den übrigen Kreuzen wird in gemeinsamer Abstimmung der Gesprächsteilnehmer eine angemessene Lösung entwickelt werden.

Auf Vorschlag der drei Präsidenten wird anlässlich der offiziellen Einweihung des Neubaus des Amts- und Landgerichts am 28.4.2010 ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche stattfinden, den Herr Stadtdechant Steinhäuser und Herr Superintendent Lilie leiten werden.

Düsseldorf, 15.3.2010


Anne-José Paulsen
Heiner Blaesing
Ingolf Dick
Rolf Steinhäuser
Ulrich Lilie

Generationenhaus mit 80 Pflegeplätzen

Die Diakonie baut in Gerresheim. Pfarrer Thorsten Nolting stellte den erstplatzierten Entwurf für das neue Zentrum vor. (Foto: Sergej Lepke)








Gerresheim (evdus). Zwei Jahre lang soll gebaut werden. Wo jetzt noch die Apostelkirche in Gerresheim steht, wird ein neues Generationenhaus mit Altenpflegeheim, Jugendeinrichtung, Kindertagestätte und Familienzentrum entstehen.

Auf dem Grundstück an der Metzkauser Straße könnte dann ein viergeschossiger Gebäudekomplex stehen. Das sieht der erste Preis eines Realisierungswettbewerbes zur Bebauung des Grundstückes an der Metzkauser Straße in Gerresheim vor. Das Kölner Architekturbüro Schilling hat ein viergeschossiges Gebäude entworfen. Eigentlich sind es drei versetzt stehende Gebäude, die sich um Innenhöfe gruppieren. Von der Straße, insbesondere vom Apostelplatz vor dem Neubau aus, ist Transparenz ein Charakteristikum. Eine große Glaswand gibt den Blick frei auf den Andachts- und Gemeinderaum, der zum Haus gehört. Diakonie in Düsseldorf und Evangelische Kirchengemeinde Gerresheim nutzen ihn gemeinsam.

80 Pflege- und Wohnplätze für demenz-erkrankte Ältere soll es hier zukünftig geben. Die Anlage ist kleinräumig geordnet, damit familienähnliche Gruppenstrukturen Wirklichkeit werden können. Die Räume der Bewohner sind um einen zentralen Raum angeordnet, so dass die Demenz-Kranken in einer überschaubaren Welt leben können.

Der Andachtsraum in dem neuen Zentrum knüpfe an Traditionen des Ortes an, wie Diakoniepfarrer Thorsten Nolting sagt. In der Überlegung ist, Teile der jetzigen Beton-Glaswand der Apostelkirche in den Neubau mit aufzunehmen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Gerresheim muss die Apostelkirche aus finanziellen Gründen aufgeben. Bauherr des neuen Zentrums ist die Diakonie in Düsseldorf. 8,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Das jetzt vorgestellte Projekt ist das erstplatzierte bei einem Wettbewerb, bei dem insgesamt sechs Architekturbüros ihre Vorschläge eingereicht haben. Das Architekturbüro Herman Hertzberger aus Amsterdam wollte die Außenwände des jetzigen Kirchengebäudes mit einbeziehen, vernachlässigte dabei jedoch räumliche Vorgaben für das Altenpflegeheim.

Die Entscheidung sei nicht leichtgefallen, so Nolting. Alle Entwürfe wiesen eine hohe Qualität auf.

Für die Öffentlichkeit sind die Entwürfe zur Neugestaltung am Apostelplatz in der Deutschen Bank Gerresheim, Benderstraße 8, zu sehen. Bis zum 26. März ist hier auch die Meinung der Gerresheimer gefragt. Es gibt eine Art Gästebuch, in die Anregungen eingetragen werden können. (12.3.10)

Pfarrerin Claudia Heinemann verlässt die Evangelische Matthäi-Kirchengemeinde

Pfarrerin Claudia Heinemann hat im Pestalozzihaus der Evangelischen Matthäi-Kirchengemeinde einen "Raum der Stille" geschaffen.(Foto: Sergej Lepke








Flingern/Zoo (evdus). Nach elfeinhalb Jahren Dienst in der Evangelischen Matthäi-Kirchengemeinde wird die Gemeindepfarrerin Claudia Heinemann in einem Gottesdienst mit anschließendem Empfang am Sonntag, 21. März, in der Matthäikirche, Lindemannstraße 70, verabschiedet.

Beginn ist um 11 Uhr.

Claudia Heinemann hat eine neue Aufgabe. Sie übernimmt eine halbe Stelle als Seelsorgerin bei der Evangelischen Polizeiseelsorge NRW und ist als Landespolizeipfarrerin zuständig für das südliche Gebiet im Rheinland, für die Städte Bonn, Aachen, Euskirchen, Düren und Heinsberg.

„Die Seelsorge war mir immer sehr wichtig. In der Matthäi-Kirchengemeinde habe ich ein großes Altenheim, das Herz-Jesu-Heim in der Mendelssohnstraße, betreut und Menschen in der letzten Lebensphase bis zum Tod begleitet. Auch persönliche Beratungsgespräche mit Gemeindegliedern lagen mir am Herzen. Für meine neue Aufgabe bringe ich Erfahrungen in der Bürgerinitiativenarbeit und aus meiner Arbeit als Synodalbeauftragte für Flüchtlingsfragen mit“, sagt die 48-Jährige.

Heinemann, Mutter zweier erwachsenen Töchter, will sich Einblicke in die Welt der Polizei verschaffen, in dem sie am Anfang ihrer neuen Tätigkeit die Beamtinnen und Beamten im Streifenwagen, bei einem Fußballspiel, auf dem Wasser bei der Wasserschutzpolizei und in anderen Situationen des Polizeialltags begleitet.

„Ich habe ein offenes Ohr für die Probleme der Polizeibeamtinnen – und Beamten, dabei kann es auch einmal um Ehestreitigkeiten oder ein Alkoholproblem gehen“, sagt Heinemann.

Ein Zukunftsprojekt hat die Pfarrerin auch schon: Sie möchte einen „Raum der Stille“, wie sie ihn im Pestalozzihaus der Matthäigemeinde ins Leben gerufen hat und wie es ihn bei der Kölner Polizeiseelsorge schon gibt, einrichten. Ein solcher Raum ermöglicht den Mitarbeitenden bei der Polizei, einmal eine Auszeit zu nehmen, Andachten zu feiern oder Meditationsangebote wahrzunehmen.

Eine weitere Pfarrerin verabschiedet sich ebenfalls am 21. März von der Matthäi-Kirchengemeinde. Maike Neumann, die bisher Pfarrerin zur Anstellung war, arbeitet nun in einer Pfarrstelle mit besonderem Auftrag beim Kirchenkreis Düsseldorf. In diesem Rahmen hat sie eine Vakanzvertretung in der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde übernommen. (10.03.10)

Café "Anno Dazumal" für Menschen mit Demenz

Düsseldorf (did). Über die alte Zeit sprechen, das Gedächtnis trainieren, singen und sich bei Musik in Bewegung halten – all das können Menschen mit De-menz ab sofort jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr im Café „Anno Dazumal“ der Diakonie in Flingern.

Pflegende Angehörige haben währenddessen einmal Zeit für sich. Das Café gehört zu den anerkannten Betreungsgruppen des Demenznetzes Düsseldorf.

Die Betreuung kostet 15 Euro, die unter bestimmten Voraussetzungen von den Pflegekassen erstattet werden.

Information und Anmeldung: Wichern-Haus der Diakonie, Platz der Diakonie 1, Inge Hoemens, Telefon 9 13 18 607 oder Karin Martini, Telefon 0160 4 97 12 97.(05.03.10)

Früheres Schwesternkrankenhaus wird zum Kulturzentrum umgebaut

Baustellenbegehung (v. l.) Dr. Norbert Friedrich, Vorstand der Fliedner-Kulturstiftung, Pastorin Judith Kiehnel, Vorsteherin der Kaiserswerther Schwesternschaft, Pfarrer Matthias Dargel, Sprecher des Vorstands der Kaiserswerther Diakonie, Kerstin Gierse, Architektin.(Foto: Tanja Pickartz)








Düsseldorf,(kd). Auf dem Gelände der Kaiserswerther Diakonie soll das erste Pflegemuseum in Deutschland entstehen. Das so genannte „Museum zur Kultur des Helfens“ ist ein Projekt der Fliedner-Kulturstiftung. Für mehr als eine Million Euro baut die Kaiserswerther Diakonie das denkmalgeschützte frühere Schwesternkrankenhaus Tabea aus dem Jahre 1903 zu einem Kultur- und Begegnungszentrum um. Hier werden die Fliedner-Kulturstiftung und die Kaiserswerther Schwesternschaft einziehen.

Nachdem sich bereits die Robert-Bosch-Stiftung maßgeblich mit 200.000 Euro an der Finanzierung der Ausstellung beteiligt, hat jetzt aktuell auch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung einen Zuschuss in Höhe von 80.000 Euro zugesagt, einen weiteren Zuschuss hat zudem der Landschaftsverband Rheinland in Aussicht gestellt. „Mit dem Umbau haben wir im Januar begonnen, im Herbst soll das Gebäude bereits bezugsfertig sein. Wir wollen unserer Geschichte einen lebendigen Ort geben, an dem Begegnung möglich ist“, erläutert Pfarrer Matthias Dargel, Sprecher des Vorstands der Kaiserswerther Diakonie. „Die Eröffnung des Museums ist im Januar 2011, dem Jubiläumsjahr der Kaiserswerther Diakonie, geplant.“

„Wie und wo wollen wir gepflegt werden? Dieses für Kultur und Gesellschaft des 21. Jahrhunderts historisch wichtige Thema wird in dem Museum behandelt“, erklärt Dr. Norbert Friedrich, Vorstand der Fliedner-Kulturstiftung. Das Konzept für das erste deutsche Pflegemuseum stammt vom Hamburger Historiker Dr. Tilmann Bendikowski, für die inhaltliche Ausgestaltung zeichnet die Essener Agentur für Kommunikationsdesign verb verantwortlich. Den Umbau begleitet die Architektin Kerstin Gierse aus Velbert.

Das „Museum zur Kultur des Helfens“ will die Werte und Normen menschlicher Hilfeleistung rekonstruieren. Die Besucher sollen einen Eindruck von den Helfenden und ihrer Motivation erhalten. Da jede Form von Pflege und Fürsorge immer auch von den politischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen der jeweiligen Zeit geprägt war, wird die Arbeit seit den 1830er Jahren im jeweiligen historischen Kontext präsentiert. So zeigt die Ausstellung dem Besucher konkrete soziale und gesundheitliche Notlagen von Menschen im 19. und 20. Jahrhundert und informiert über alternative Möglichkeiten der Hilfeleistung. Das Museum richtet den Blick zugleich in die Gegenwart und will so zur Diskussion über die Zukunft von Hilfe und Pflege anregen.

Das Museum wird zentraler Bestandteil des Kulturzentrums, zu dem auch die ehemalige Fachbibliothek für Frauendiakonie und ein großes Archiv unter anderem mit dem Nachlass von Theodor Fliedner und den Archivalien der Kaiserswerther Diakonie und des Kaiserswerther Verbandes gehören.

„Mit diesen Einrichtungen wird ein regionaler diakonischer Gedächtnisort geschaffen, der über Düsseldorf hinaus wirken wird. Schon heute besuchen fast 3.000 Personen jährlich die Kaiserswerther Diakonie, um an Führungen über das Gelände und durch das Museum teilzunehmen. Diese Zahl soll in den nächsten Jahren deutlich erhöht werden“, kündigt Vorstandssprecher Pfarrer Matthias Dargel an.

„Kaiserswerth und das Gelände der Kaiserswerther Diakonie sind für ein solches Pflegemuseum ideal wie nur ganz wenige Orte. Als Erinnerungsort des deutschen Protestantismus verbindet sich mit Kaiserswerth einer der Geburtsorte der modernen diakonischen Bewegung. Zugleich ist durch die Ausbildung der Diakonissen ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung des Gesundheitswesens getan worden mit weit reichenden Impulsen in das Sozial- und Gesundheitswesen des 19. Jahrhunderts“, betont Dr. Norbert Friedrich von der Fliedner-Kulturstiftung.(09.03.10)

Stand: 08. März 2010  (*Gebührenfreie Anrufe nur aus der Region Düsseldorf möglich) Copyright ©2008 Kirchenkreis Düsseldorf